In einem Interview mit Torrentfreak nimmt Kim Dotcom die Vorwürfe der US-Justiz gegen ihn und Megaupload ein wenig auseinander. Unter anderem geht es darum dass er selbst urheberrechtlich geschütztes Material hochgeladen hat sowie um Megauploads Löschmethoden und zu wenige Löschungen für Warner.
Zu erstem Vorwurf behauptet Dotcom dass es sich lediglich um Test-Uploads gehandelt hat um neue Techniken von Megaupload zu testen. Die Links wurden nie veröffentlicht sondern nur intern mit der Beschreibung “test” gespeichert.
Weiter geht es um das Werkzeug zum direkten Löschen von Dateien bzw. Links. Dotcom wird vorgeworfen dass er sich quergestellt hätte, dass er nicht sein möglichstes getan habe um vor allem Warner dabei zu unterstützen, urheberrechtlich geschütztes Material zu entfernen. Speziell geht es darum dass Warner nicht mehr als 5.000 Löschungen pro Tag “frei” gehabt hätte; Dotcom hingegen behauptet er hätte auf Anfrage von Warner ihnen statt 5.000 ganze 100.000 Löschungen pro Tag zugestanden. Genauso habe Warner in der gesamten Zeit, in der Megaupload online war, fast 2 Millionen Links gelöscht. Zum Vergleich hat Disney nur etwas über 127.000 Links gelöscht.
Desweiteren wird kritisiert dass Megaupload grundsätzlich nur die Links entfernt hätte, nicht jedoch die Dateien von ihren Servern. Kim behauptet, diese Methode sei rechtlich gedeckt. Warum und wieso nur Links gelöscht wurden und nicht die Dateien, lässt er offen.
Als letzter Punkt ist noch interessant dass einige, große Medienunternehmen auch Kooperationen mit Megaupload im Sinn hatten wie aus einigen, von Torrentfreak veröffentlichten Mails hervorgeht.
IMHO: Was nun stimmt und was nicht, kann wohl keiner so genau sagen. Einerseits würde ich einer Privatperson mehr Vertrauen schenken als einem riesigen Medienkonzern, noch dazu Warner, andererseits ist Kim Dotcom auch eine sehr unsympathische Person mit einem riesigen Mundwerk. (Witz unbeabsichtigt!) Ich persönlich trauere Megaupload nicht nach da ich diesen Dienst nie in irgendeiner Form benutzt habe, bin aber gespannt, wie sich das Verfahren weiter entwickeln wird.
